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STADTEINGANG AN BAHNHOF UND ERLEBBARER SCHUSSEN - RAVENSBURG

Städtebaulicher Ideenwettbewerb 2018 I Teilnahme mit Friedemann Rentsch Architektur 

Situation:

Das Bahnhofsumfeld von Ravensburg ist momentan durch großflächig versiegelte Parkplatz-und Verkehrsflächen ohne klare Zonierung geprägt und wird seiner Bedeutung als Eingang zur Altstadt von Ravensburg nicht gerecht. Im Fokus der Planung stehen daher die städtebauliche Neuordnung und die Belebung des Bahnhofsquartiers durch neue „junge“ Nutzungen sowie die Nutzbarmachung und gestalterische Aufwertung der öffentlichen Freiflächen insbesondere der Uferbereiche der Schussen.

 

Städtebauliches Konzept:

Das Wohnquartier am Bahnhof wird derzeit durch die Gleisanlagen von den potentiellen Erholungsräumen an den Ufern der Schussen und dem westlich angrenzenden Entwicklungsgebiet räumlich stark getrennt. Durch eine bauliche Klammer sollen beide Seiten miteinander verbunden und positive Synergien für die Entwicklung  des Bahnhofquartiers imitiert werden. Zwischen dem Stadtrand und den Gleisanlagen wird eine neue bauliche Kante gesetzt, die nicht nur einen Sicht- und Lärmschutz für das Wohnquartier bieten, sondern mit neuen vielfältigen Nutzungen, wie Ateliers, Studentenwohnungen, einem Automatikparkhaus  und last but not least dem neuen Bahnhof das Bahnhofsquartier nachhaltig beleben soll. Auf der westlichen Seite schließen ein neues Parkhaus mit Busterminal und ein Hostel die bauliche Klammer ab. Der neue Escher-Wyss Steg verbindet die Baukörper miteinander und macht die Bahnsteige und alle wichtigen Nutzungsbereiche trockenen Fusses zugänglich. Die leichte Dachkonstruktion aus Stahl und transluzenten Membranen verbindet die Teilbereiche optisch, erleichert die Orientierung und illuminiert die Bahnsteige und Wegeverbindungen des nachts.

Verkehrskonzept:

Zugunsten nutzbarer öffentlicher Freiräume werden die vorhandenen Stellplätze in einem Parkhaus für 180 PKWS und einer Automatikparkhaus für weitere 100 P&R-Stellplätze untergebracht. Die (30) Kiss and Ride Stellplätze, und die (10) Taxistellplätze werden ebenerdig in direkter Bahnhosfnähe angeboten. Ansonsten wird das Bahnhofsumfeld verkehrsberuhigt und den Fußgängern und Radfahrern ein klarer Vorrang gegenüber dem motorisierten Verkehr eingeräumt. Das Parkhaus auf der westlichen Seite der Gleisanlagen wird durch den neuen Escher-Wyss Steg direkt an die Bahnsteige und den Bahnhof angebunden. Über das reine Abstellen von Fahrzeugen hinaus erfüllt das Parkhaus so eine Verknüpfungsfunktion zwischen den unterschiedlichsten Mobilitätskonzepten.  Darüber hinaus werden für die den Busterminal im EG überdachte Wartemöglichkieten und öffentliche Toiletten angeboten. Auf dem schmalen Streifen zwischen Gleisen und der Straße am Bahnhofsplatz werden weitere Stellplätze in einem Automatikparkhaus in direkter Nähe zum Bahnhof angeboten. Der Baukörper erfüllt für die östlich angrenzende Bebauung eine wichtige Sicht- und Schallschutzfunktion. Die transparente Glasfassade macht die inneren Vorgänge im Parkhaus sichtbar. Mit seiner leicht technisch anmutenden Erscheinung ist das Parkhaus ein passender Mittler zwischen den Gleisanlagen und der Wohnbebauung.

 

Freiraumkonzept:

Durch die Neuordnung der Stellplätze und Verkehrsflächen werden neue öffentliche Aufenthalts- und Erholungsräume im Bahnhofsareal geschaffen, welche  vielseitige Nutzungsangebote machen.  Der Bahnhofsplatz wird so zu einer repräsentativen mulitifunktional nutzbaren Piazza für Feste, Märkte und Gastronomie. Ein Stadtplatzteppich aus Travertin markiert einen urbanen, lebendigen Stadteingang in die Stadt Ravensburg und lädt Ravensburger und Besucher zur Begegnung und Kommunikation ein. Durch  ein Wasserspiel wird der Platz im Sommer zu einem efrischenden, interaktiven Erlebnis und fungiert als missing link zur nahe gelegenen Schussen. Die Schussen wird durch den neuen Escher-Wys Steg und die bestehende Unterführung an das Bahnhosfareal angebunden und über einen Uferweg erschlossen und erlebbar gemacht. Der Ufer- und Radweg bindet den neuen Erholungsraum in nördlicher und südlicher Richtung an die Stadt und den angrenzenden Landschaftsraum an. Der Uferbewuchs wird weitestgehend erhalten damit sich ein durchgängiger Auwald entwickeln kann und wird nur an einigen Stellen ausgelichtet, um die Schussen sichtbar zu machen. Entlang des Weges wird die Schussen auf vielfältige Weise erlebbar gemacht, während man am Schussenbalkon einen freien Blick über die Schussen genießen und über Treppen direkt an das Wasser treten kann, bieten naturnahe  Uferbereiche und ein kleines Auwäldchen die Möglichkeit der Naturerfahrung und Gelegenheit zum Verstecken und Entdecken.  Die nicht mehr genutzten Treppenaufgänge Escher-Wyss Steges werden als historische Reminizens in die Üferböschung integiert und für die Erschließung des Ufers neu inszeniert. Zwischen den Gleisanlagen und der Escher-Wyss-Straße entstehen auf den ehemaligen Parkplatzflächen im Schatten der Platanen „Grüne Kabinette“ die neue Nutzungsangebote für Spiel & Sport machen und als Pausenraum genutzt werden können.